Christian Gil Borelli

Borrelli begann seine musikalische Karriere an der Universität von Santiago de Compostela, wo er in mehreren Gruppen der lokalen Musikszene mitwirkte und Medizin und Chirurgie studierte. Nachdem er sich auf das Gesundheitswesen spezialisiert hatte, legte Christian Borrelli 2016 seine medizinische Karriere beiseite, um sich ganz der Musik zu widmen. Er trat in die Escuela Superior de Canto in Madrid ein, wo er von Cristina Gallardo-Domâs, Pilar Pérez-Íñigo und der Repertoirespezialistin Cristina Presmanes unterrichtet wurde. Schließlich ließ er sich in Deutschland nieder, um bei der Mezzosopranistin María José Montiel an der renommierten Universität der Künste Berlin zu studieren. Darüber hinaus lernte er bei anderen Countertenören wie Xavier Sabata oder Philippe Jaroussky und nahm Unterricht in musikalischer Interpretation bei Dirigenten wie Alberto Zedda, Eduardo López Banzo oder Miquel Ortega. Er wurde mit dem 1. Preis des Wettbewerbs Compostela Lírica (2020) und dem 2. Preis des Internationalen Gesangswettbewerbs Medinacelli (2019) ausgezeichnet. Im Jahr 2021 gehörte er zur ersten Generation von CRESCENDO, einem Projekt des Teatro Real Madrid, das vielversprechende junge Sängerinnen und Sänger in ihrer aufstrebenden musikalischen Karriere unterstützt und auch das Stipendium SALVAT BECA BACH enthält.

In dieser kurzen Zeit ist es Christian Borrelli gelungen, sich zu einem der besten spanischen Countertenöre seiner Generation zu entwickeln. Er gab Liederabende und Konzerte auf Festivals und in Theatern in ganz Spanien, wie dem Teatro Real in Madrid, dem Nationalen Auditorium in Madrid, dem Palau de la Música oder dem Alfredo Kraus Auditorium in Las Palmas de Gran Canaria, um nur einige zu nennen. Er sang Rollen aus Barockoper und Oratorium wie Solomon (Händel), Holofernes (Vivaldi) oder Orfeo (Gluck) und aus dem sinfonischen Repertoire wie Carmina Burana (Orff) oder Chichester Psalms (Bernstein). Darüber hinaus hat er die antagonistische Rolle in der zeitgenössischen Oper María Soliña gestaltet. Auf internationaler Ebene trat Christian Borrelli beim Monteverdi-Festival in Cremona, beim Bachfest in Leipzig oder beim BRQ Vantaa Festival in Helsinki auf.

Borrelli ist in der zeitgenössischen Kunstszene sehr aktiv und hat verschiedene musikalische und performative Projekte zusammen mit anderen Künstlern wie dem spanischen Maler und Designer Okuda San Miguel, der kalifornischen Filmemacherin Isabelle Carbonell oder der österreichischen bildenden Künstlerin Ines Doujak entwickelt. Dank seiner Ausbildung als Facharzt für Präventivmedizin und öffentliche Gesundheit und seiner Erfahrung in der Aktionsforschung in den Bereichen Gesundheit, Gender und Diversität ist es Christian Borrelli gelungen, seiner künstlerischen Produktion eine soziale und wissenschaftliche Perspektive zu geben, darunter "KASHMIRI", das auf dem Leben und der Arbeit von LGBT-Komponist*innen basiert, oder "Orfeo + Euridice", eine Neuinterpretation von Glucks Oper unter dem Gesichtspunkt der geschlechtsspezifischen Gewalt.

Er wirkt in der Spielzeit 2022/23 mit bei ALESSANDRO.