Bayerisches Staatsschauspiel - Residenztheater (München)

Cyrano de Bergerac

Nach Edmond Rostand

Der historische Cyrano de Bergerac lebte als Dandy, Duellist und Dichter im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Berühmter als seine eigenen Werke machte ihn jedoch das Stück des neuromantischen Dramatikers Edmond Rostand von 1897, in dem die Hauptfigur seinen Namen trägt und wie das historische Vorbild als dichtender Musketier bei den Gascogner Kadetten dient. Die wahrscheinlich zweitberühmteste Nase der Weltliteratur nach der Pinocchios scheint hingegen eine Erfindung des Autors zu sein, genauso wie das fatale Dreiecksverhältnis, das die Handlung des Stücks bestimmt: Cyrano liebt Roxane, traut sich seiner Hässlichkeit wegen aber nicht, ihr seine Leidenschaft zu gestehen. Stattdessen wird er Ghostwriter seines Regimentskollegen Christian de Neuvillette, den Roxane seines schönen Äußeren wegen liebt, der aber eben keine schönen Briefe schreiben kann.

Der italienische Regisseur Antonio Latella und sein Co-Autor und Dramaturg Federico Bellini nehmen sich nach den "Drei Musketieren", die weiter über die Bühnen des Residenztheaters galoppieren, des zweiten großen Klassikers über ruhmreiche Fechter an. Sie machen Rostands Stück zum Ausgangspunkt einer Recherche über das Wesen des Theaters und der Liebe, in der statt der über fünfzig Figuren der Vorlage nur zwei Darsteller auf der Bühne stehen. Die beiden Männer müssen die Geschichte nun ohne das Objekt ihrer Begierde erzählen und haben somit auch keine Muse, die ihre Verse befeuern könnte.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

Regie Antonio Latella
Bühne Giuseppe Stellato
Kostüme Graziella Pepe
Dramaturgie Federico Bellini, Katrin Michaels
Licht Barbara Westernach
Musik Franco Visioli
Choreografie und Kampftraining Francesco Manetti
Cyrano (Einsamkeit A) Florian von Manteuffel
Christian (Einsamkeit B) Vincent Glander

Ein spielfreudiges Duo – eine Diva mit Musketier-Accessoires und der Rivale in Pink – wetteifern in dieser lustvollen „Bearbeitung für zwei Einsamkeiten“ um den besten Platz in Sachen Liebe, Kunst und Galanterie.