Molière

Die Schule der Frauen

CALDERÓN-SPIELE | Premiere am 27. Juni 2020

Nichts wäre für Arnolphe schlimmer, als von seiner Ehefrau betrogen zu werden. In Zeiten, in denen Frauen zusehends unabhängiger werden, droht dieses Schicksal früher oder später jedem Ehemann. Das glaubt zumindest der rückwärtsgewandte Arnolphe, der sich, um Eindruck zu schinden, Monsieur de la Souche nennt. Um sich eine Frau nach seinen Vorstellungen zu formen, hat er vor Jahren einen strategischen Meisterplan entwickelt. Er adoptierte das Bauernmädchen Agnès, ließ es fernab der bürgerlichen Gesellschaft in einem Kloster erziehen und sorgte dafür, dass ihre Bildung möglichst gering blieb, um sie zu seiner gefügigen und von ihm abhängigen Ehefrau heranzuziehen. Nicht einkalkuliert hat er dabei die Zeit nach der Isolation. Kurz nachdem die junge Frau in die Stadt zurückkehrt, begegnet sie dem jungen Horace und sie verlieben sich. Nach und nach denkt und handelt Agnès eigenständiger, was Arnolphe mit allen Mitteln zu verhindern sucht. Gleichzeitig gilt es, die frische Liebe zwischen Agnès und Horace zu zerstören. In seiner Selbstüberschätzung glaubt Arnolphe weiterhin, Herr der Lage zu sein, doch all seine Listen und Intrigen gehen auf ebenso chaotische wie komische Weise schief!

Die Komödie "Die Schule der Frauen" war für Molière ein überwältigender Erfolg und bedeutete seinen endgültigen Durchbruch. Dank irrwitziger Dialoge, eines absurden Handlungsverlaufs und einer satirisch-bösen Kritik an gesellschaftlichen Verhaltensweisen bietet dieses Werk alle Zutaten für einen amüsanten und abwechslungsreichen Theaterabend unter freiem Himmel.