Thomas Köck

Paradies

Fluten | Hungern | Spielen

ERSTAUFFÜHRUNG der Klimatrilogie 

Premiere am 14. März 2020

Eine Einführung findet eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn statt.

Mit seiner Klimatrilogie hat Thomas Köck ein großangelegtes und sprachgewaltiges Bühnenwerk über den Zustand unserer Welt im Spätkapitalismus geschaffen. Im ersten Teil "paradies fluten" wird ein Bogen geschlagen von der Frühphase der Globalisierung bis ins Heute: vom Kautschukboom des 19. Jahrhunderts, dem ganze Landstriche und Völker zum Opfer fallen, bis hin zur Geschichte einer Tänzerin, die die (selbst-) ausbeuterische Gewalt der heutigen Arbeitswelt zu spüren bekommt. In "paradies hungern" begegnen wir drei Menschen in utopielosen Zeiten: Bens Einsamkeit erregt das Misstrauen seines Nachbarn. Maggie, die sich von der Peripherie in die Mitte der Stadt vorgearbeitet hat, lebt in der Angst, wieder an den Rand gedrängt zu werden. Caro, die als Kriegsreporterin in einem Luxushotel in der Wüste festsitzt, ist auf der Suche nach dem einen Bild, der einen Story. In "paradies spielen" fährt ein Zug durch Europa. Im "ewigen ICE" überkreuzen sich Lebensgeschichten eines raum- und zeitgreifenden Alptraums. Am Krankenbett eines Vaters stehen Mutter, Tochter, Sohn in sterilem Gewand, um keine Keime hineinzutragen in die offenen Brandwunden des Mannes. In China machen sich ein Mann und eine Frau auf den Weg, um als illegale Einwanderer mit dem Zug Italien zu erreichen. Am Mittelmeer finden sie eine Stelle als Schneider für Kleidung "Made in Italy", die gleichen Arbeitsbedingungen wie zu Hause und schließlich den Tod.

Thomas Köck beleuchtet die Migrationsströme und die Ausbeutung von Mensch und Natur vor historischem Hintergrund - mit beunruhigenden Erkenntnissen für das 21. Jahrhundert. Er wurde für sein Werk bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Mülheimer Dramatikerpreis 2018. Am ETA Hoffmann Theater werden erstmals alle Teile der Klimatrilogie zusammen aufgeführt.

Regie Cilli Drexel
Bühne Maren Greinke
Kostüme Rebekka Zimlich
Dramaturgie Remsi Al Khalisi