Elfriede Jelinek

Am Königsweg

Eine Einführung findet eine halbe Stunde vor Stückbeginn statt.

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„Miss Piggy als blinde Seherin, die Augen bluten, wie es die Tradition will.“ Hatte die Kassandra aus der Muppet-Show es kommen sehen? Schließlich wurde doch versprochen, dass er nicht zum Führer der alten Neuen Welt gewählt würde – der „Bürger-King“ Donald Trump, der nun einer „Fast-Food-Regierung“ vorsteht. Sein Gold im Tower muss falsch sein, es ist einfach zu viel. Eine Stimme, ein Gesang hebt an und trägt eine „Psychose, nein, eine Plüschhose“. Sie redet viel, aber nicht durcheinander, sondern durchdringend, bis jeder Satz singend platzt wie eine Einbahnstraße bei einem Straßenfest. An der Spitze strahlt der König mit seiner dottergelben Fönfrisur. Die Schaulustigen und ihre Weltanschauung folgen blind, wenn sie glauben, ihre Ein-Weg-Blicke machen alles sichtbar. Es gibt keine Chronologie in solch einem Zustand. Es gibt nur immer wieder Neues aus Altem. Das Alte hat sich schon bewährt und man kehrt immer wieder dorthin zurück: Great again! Das ist der Königsweg. Das ist die Anschauung im Gesichtsbuch, nein, im Geschichtsbuch ist die Schuld unser Führer. Sie fordert immer zurück, was uns zuvor befördert hat. „Aber in Wahrheit ist der Zweck von Schulden ja der, dass jede Hoffnung auf Zukunft zerstört werden soll.“ Da stehen sie nun und tappen im Dunkeln. Alle sehen den goldenen Turm, ihren neuen Kompass, aber es springt ihnen die Nadel ins Auge und den Blinden bleiben nur die glatten Oberflächen, die sie nicht durchdringen können. Und auch das ist nicht zu fassen, nur aufzuzählen: Gewalt, Frauen, Golfplätze, Banken, Casinos, Klimageräte, Heidegger und Gott.

Die österreichische Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek geht in ihrem neusten Stück hart ins Gericht mit dem 45. Präsidenten der USA, mit rückwärtsgewandtem Wahn von völkischer Exklusivität und Stärke, mit den illusorischen und gefährlichen Heilsversprechungen von Populisten weltweit.

 

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause

 

PRESSESTIMMEN

„Entstanden ist so ein ganz und gar philosophischer Abend. (...) Klug in der Wahl der kreativen Mittel, ernsthaft im Umgang mit seinem Thema.“ Süddeutschen Zeitung

„Mit Hilfe seiner herrlich aufgekratzten Schauspieler und intelligent eingesetzter Videoinstallationen überführte Regisseur Kunze dieses bleierne Gefühl der Vergeblichkeit in eine knallbunte, in ihrem hysterischen Chaos auch unterhaltsame Sause.“ Fränkischer Tag

Regie Daniel Kunze
Bühne, Kostüme und Video Adrian Ganea
Dramaturgie Victoria Weich