Natalia Vorozhbyt

Zerstörte Strassen

(BAD ROADS)

MIT EINEM EPILOG VON 2022 | DEUTSCH VON LYDIA NAGEL

 

 

Bitte Termin wählen...
Karte kaufen

B I L D E R - G A L E R I E

Was macht der Krieg in der Ukraine mit den Menschen? Welche Beschädigungen hat er in den letzten acht Jahren bereits hinterlassen? Wie sieht der Alltag in einem vom Krieg zerrissenen Land aus? Diese Fragen sind zentral für die ukrainische Autorin und Filmemacherin Natalia Vorozhbyt. Ihr Stück „Zerstörte Straßen“, das sie schon 2017 für das Royal Court Theatre in London geschrieben hat, zeigt Menschen, die eine nur noch Gesetzen des Krieges gehorchenden Welt zu bewältigen versuchen. Das ist mal absurd, mal bitter, mal bedrückend. Wie soll man auch klarkommen, wenn das eigene Land auf einmal geteilt ist in einen Teil, in dem Krieg herrscht, und einen Teil, der scheinbar normal funktioniert? Vorozhbyts Figuren suchen in einem Alltag zwischen Gewalt, Folter und Missbrauch nach einem Ausweg und Überlebensstrategien. Gibt es nicht doch noch einen Rest Menschlichkeit inmitten des unvorstellbaren Wahnsinns, der Krieg heißt?

Für ihren Text hat Vorozhbyt eigene Recherchen und Geschichten von aus dem Donbas Geflüchteten genutzt. Für das ETA Hoffmann Theater wird die Autorin eine neue Szene schreiben und das Stück damit bis in die Gegenwart hinein fortsetzen.

Natalia Vorozhbyt ist Co-Gründerin des Theaters der Vertriebenen, in dem Geflüchtete aus dem Donbas ihre Geschichten erzählen können. „Bad Roads“, der Film nach dem Stück in der Regie der Autorin, kam 2020 in die Kinos und wurde 2021 als ukrainischer Oscar-Beitrag ausgewählt. Regisseur Wojtek Klemm stellt sich mit seiner Inszenierung erstmals dem Bamberger Publikum vor.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 30 Minuten (keine Pause)

PREMIERE: 21. OKTOBER 2022

 

Triggerwarnung

In dieser Inszenierung werden Krieg, körperliche Gewalt, sexuelle Gewalt und Selbstmord thematisiert. Zudem gibt es in einzelnen Szenen stilisierte Darstellungen von körperlicher wie sexualisierter Gewalt, was retraumatisierend wirken kann. In einigen Szenen wird herabsetzende Sprache benutzt.

 

 

Regie Wojtek Klemm
Bühne und Kostüme Romy Rexheuser
Musik Ola Rzepka
Dramaturgie Armin Breidenbach

Pressestimmen

"Jeanne Le Moign und Alina Rank bewegen sich durch dieses dieses gespenstische Tableau mit bestürzender Intensität." (Fränkischer Tag)

24. Oktober 2022

"Nach dem langen Schlussapplaus bittet Schauspieler Eric Wehlan von der Bühne aus das Publikum, Geld zu spenden für die Bamberger Ukrainehilfe." (Fränkischer Tag)

24. Oktober 2022

"Zumindest in Bayern ist es ein Abend, der in seiner politischen Relevanz konkurrenzlos ist. Keine Partikularinteressen, keine Bauchnabelschau, hier geht es um den Krieg in der Ukraine, darum wie wir - auch künstlerisch - damit umgehen und um die grelle Verzweiflung, dass der militärische Angriff immer weiterläuft und weiterläuft. Dabei setzt die Inszenierung nicht auf Betroffenheit, sondern - als harten, ja auch brutalen Gegenschnitt - auf Komik und Groteske. Denn wer im Theater sein Mitgefühlchen erlebt hat, der wird allzu leicht wieder aus dem Saal entlassen. Diesen Weg geht Regisseur Wojtek Klemm nicht. Eine kluge Entscheidung." (Süddeutsche Zeitung)

24. Oktober 2022

"Was im Theater nun direkt spürbar wird und nicht nur mittelbar über Bilder und Berichte: Der Krieg zerstört auch die Kultur, entzieht den Glauben, die Werte. Diesen Verlust sichtbar zu machen, das immerhin kann die Kunst leisten. Zumindest an diesem Abend in Bamberg." (Süddeutsche Zeitung)

24. Oktober 2022

"Wie die Autorin verschränkt auch der Regisseur Alltag und Krieg, den westeuropäischen, weitgehend ungetrübten Lebensstandard mit den Bildern von Vorozhbyt. Das ist hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit, bildet aber letztlich eine Realität ab. Darüber hinaus funktioniert dieser Gegenschnitt so hervorragend, weil ein beeindruckendes Ensemble auf der Bühne steht. So wechseln sie störungsfrei vom Grotesken in die einzelnen Bilder von "Zerstörte Straßen". (Süddeutsche Zeitung)

"Der Abend erzählt in einer unglaublichen Dichte von Krieg, Verlust, den Grenzen der Kunst und von uns. Das wird nicht die Welt retten, aber viel mehr geht wahrscheinlich nicht." (Süddeutsche Zeitung)

24. Oktober 2022

"Zerstörte Straßen" ist eine der ersten dramatischen Auseinandersetzungen mit den Geschehnissen in der Ukraine; die Bamberger haben es in der Regie von Wojtek Klemm in einer erschreckend nüchternen, verstörend direkten Version auf die Bühne gebracht. (Theater heute)

22. Dezember 2022

Wer das alles nun sieht, wie es in Bamberg von einem jungen Ensemble eindringlich gespielt wird, denkt an eine aktuelle Bestandsaufnahme: die beklemmende Illustrierung der täglichen, abstumpfenden Meldungen aus der Ukraine. (Theater heute)