Björn SC Deigner

Die Polizey

URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK

Der Stücktext von Björn SC Deigner wurde im Rahmen von "Neustart Kultur" durch den Deutschen Literaturfonds im Programmbereich "Neue Stücke für ein großes Publikum" gefördert. Abrufbar ist der Stücktext hier (PDF).

 

Audio-Einführung

Eine Einführung in das Stück durch den Produktionsdramaturgen Remsi Al Khalisi können Sie sich hier anhören.

B I L D E R - G A L E R I E

"Die Bosheit kann sie zum Werkzeug brauchen, der Unschuldige kann durch sie leiden, sie ist oft genötigt, schlimme Werkzeuge zu gebrauchen."

Verbrechen, Verschwörung, die Nacht: dies sind die Zutaten für Schillers Fragment "Die Polizey", das kurz vor seinem Tod entsteht. Die französische Revolution im Rücken, zeichnet er ein Bild von Paris als Welt mit zwei Gesichtern, die auch die Polizei als Maske zu tragen weiß. Bereits zur Geburtsstunde der modernen Polizei sucht er hellsichtig nach der Verflechtung von kriminellem Geschehen und polizeilicher Arbeit, er ahnt den Graubereich, in dem die Polizei tätig ist. In der Gegenwart schreiben sich diese Verbindungen aufs Schärfste fort, wenn V­-Leute Verhaftungen vereiteln und Rechtsextremisten im Sicherheitsapparat keine Seltenheit zu sein scheinen. Hat sich die Polizei zum Freund und Helfer der Falschen gemacht?

In "Die Polizey" wird der Chor der Polizei zum Ausgangspunkt und Ort der Befragung. Als Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen lassen sich an der Polizei Polarisie­rungen ablesen wie an kaum einer anderen Stelle unseres Zusammenlebens. Sie ist ein soziales Phänomen, das als Exekutivorgan des Staates die Demokratie zu sichern und zu wahren hat. Wie legitimiert der Staat das Gewaltmonopol der Polizei, wenn Polizist*innen diese Gewalt auch gegen die Gemeinschaft einsetzten könnten?

Björn SC Deigner ist Autor für Theater und Hörspiel sowie Sounddesigner und Kompo­nist. In diesem Auftragswerk folgt er Schillers Personal und Gedanken, untersucht Polizeigeschichte ebenso wie Verschwörungen in und um den Polizeiapparat. Sein am ETA Hoffmann Theater uraufgeführtes Stück "Der Reichskanzler von Atlantis" war zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

Erfahren Sie mehr über unser Format ETA CAMPUS und lesen Sie den Artikel unserer ETA Reporterin Marie Castner über ihren Endprobenbesuch von DIE POLIZEY sowie Daniel Kunzes Herangehensweise an die Inszenierung: ETA CAMPUS

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause

Regie Daniel Kunze
Bühne, Kostüme und Video Sophie Leypold
Dramaturgie Remsi Al Khalisi

Pressestimmen

"Natürlich ist es DAS Stück zum richtigen Zeitpunkt." (Die Deutsche Bühne)

12. Oktober 2020

"Das Regieteam hat mit feiner Ironie für Drive in dieser bitteren Geschichtsstunde gesorgt." (Die Deutsche Bühne)

12. Oktober 2020

"Regisseur Kunze hat kluge Bilder gefunden für die Etappen einer Institution, deren Auftritt es immer wieder zu hinterfragen gilt." (Die Deutsche Bühne)

12. Oktober 2020

"Das Uraufführungs-Publikum nahm die Diskussionsvorlage mit großem Beifall auf." (Die Deutsche Bühne)

12. Oktober 2020

"Es ist das Stück zur Zeit, ein Fund, der die Realität auf bittere, fast zynische Weise kommentiert." (Fränkischer Tag)

14. Oktober 2020

"Kunzes Inszenierung ist "stripped down" und daher so muskulös wie ein in Nahkampftechnik geschulter Polizistenarm." (Fränkischer Tag)

14. Oktober 2020

"Das ETA Hoffmann Theater hat beim Autor Björn SC Deigner ein Stück über "Die Polizey" bestellt. Als Vorlage diente ihm eine Skizze von Friedrich Schiller. Mit Beispielen aus der Gegenwart hat er das Stück der Stunde daraus gemacht." (Süddeutsche Zeitung)

23. Oktober 2020

"[...] Das wirkt für sich, und die äußerst präzise Inszenierung von Daniel Kunze braucht nicht mehr als vier Spieler, zwei Frauen, zwei Männer, eine uniformierte Entität, aus der heraus die Spielszenen entwickelt werden." (Süddeutsche Zeitung)

23. Oktober 2020