Björn SC Deigner

Tiefer Grund

URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK

Bitte Termin wählen...
Karte kaufen

B I L D E R - G A L E R I E

Nach den Vorstellungen am 16. und 17. November sowie am 08. und 09. Dezember laden die Stückdramaturgin Petra Schiller und Schauspielerin Barbara Wurster zum Nachgespräch in die Treffbar ein. Im Nachgespräch können Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen zur Inszenierung stellen und ihre Eindrücke des Abends zurückmelden. Der Eintritt zum Nachgespräch ist frei.

Im Leben eines Elternpaares gibt es wohl keine größere Angst, als den Verlust des eigenen Kindes erfahren zu müssen. Was aber, wenn man seinen Sohn nicht nur verloren hat, sondern er auch noch Schuld auf sich geladen hat? „tiefer Grund“ folgt einem Elternpaar bei dem Versuch, dieses doppelte Trauma zu verwinden: Wie geht man damit um, dass das eigene Kind einem fremder war als man dachte? Wie kann ein Leben ohne den Sohn aussehen? Kann aus dem "Überleben" ein Leben werden?
Der Text zeichnet unterschiedliche Stationen dieses Lebens nach: Wir erleben die noch leichten und vermeintlich unbefangenen Zeiten der Vergangenheit ebenso wie die Sprachlosigkeit der Gegenwart des Paares. Dabei stellt sich die Frage, wie unschuldig Vergangenheit sein kann, wenn man einmal begonnen hat sie zu befragen. Welche Preise wurden gezahlt, um das eigene Glücksversprechen zu erreichen, als Paar und als Familie? Und wenn sich das Glück nicht einstellt: War es das wert? Wo beginnt die eigene Schuld am Schicksal anderer und ab wann ist man als Mensch trotz Familie allein? Beide Elternteile verlieren nicht nur ihr Kind, sondern auch den Grund, auf dem sie stehen. Das Geschehen zieht sie unter die Oberfläche all dessen, was wir als Lebensrealität teilen, und so begeben wir uns mit ihnen auf die Suche nach dem "Warum?".
Björn SC Deigner ist als Autor für Theater und Hörspiel sowie als Sounddesigner und Komponist tätig. In Bamberg wurden bereits seine Stücke "Der Reichskanzler von Atlantis", "Die Polizey" und "Der endlos tippende Affe" uraufgeführt.
In seinem neuen Auftragswerk für das ETA Hoffmann Theater erzählt Björn SC Deigner in einem intimen
Kammerspiel von der Zerbrechlichkeit unserer Hoffnungen und der Stärke von Gemeinschaft.

Aufführungsdauer: 60 Minuten

PREMIERE: 12. NOVEMBER 2022

  

Student Jean Müller hat mit Autor Björn SC Deigner gesprochen und darauf fußend eine Reportage zu "tiefer Grund" verfasst: Ein Sprung in den Abgrund

Regie Sibylle Broll-Pape
Bühne, Kostüme und Video Trixy Royeck
Dramaturgie Petra Schiller

Pressestimmen

Vor allem für Barbara Wurster lagen in diesem Premierenabend Chance und Risiko zugleich. Wurster ist neu im Ensemble des E.T.A.-Hoffmann-Theaters, „Tiefer Grund“ ist ihr erstes Stück in Bamberg. Ausgerechnet. Denn die Bühne teilt sich Wurster in „Tiefer Grund“ allein nur mit Florian Walter. Das hätte schiefgehen können. Tat es aber nicht. Wurster war dem verlässlich beeindruckenden Walter ebenbürtig. Mit großer Selbstverständlichkeit wechselten die beiden zwischen unterschiedlichen Zeitebenen und Seelenzuständen hin und her. (Fränkischer Tag)

13. November 2022

Deigner hat ein hochverdichtetes Kammerstück geschrieben, das die richtigen Fragen stellt und auf einfache Antworten verzichtet. In seinem Zentrum steht ein stetig wiederkehrender Albtraum der Mutter. Darin versinkt sie in einem Ozean, bis sie zu ersticken droht. Intendantin Sibylle Broll-Pape nimmt die Zuschauer in ihrer gerade mal eine bedrückende Stunde dauernden Uraufführungsinszenierung mit auf den Grund des Meeres, der ein Abgrund ist. (Die Deutsche Bühne)

14. November 2022

Barbara Wurster und Florian Walter bestechen als traumatisierte Eltern, die verstehen wollen, was letztlich nicht zu verstehen ist. (Die Deutsche Bühne)

14. November 2022

Als Publikum glaubt man, zu wissen, was eine*n erwartet, man ist sich der emotionalen Intensität, der moralischen Zerrissenheit bewusst, und dennoch wird man erschlagen von der Authentizität der Inszenierung und Umsetzung. Trauer, Wut, Selbstvorwürfe, Fassungslosigkeit, Hilfslosigkeit, Schmerz, Angst, Einsamkeit und lähmende Verzweiflung spürt man unfassbar nah. Allerdings schafft es das Stück ebenso zarte Fäden der Hoffnung, der Annäherung, der Aussicht auf eine Zukunft in die Erzählung zu spannen. Und so ist es nicht einfach, „Tiefer Grund“ anzuschauen, und das darf und soll es auch nicht sein. Das Stück wird seinem Namen und seiner Thematik gerecht und lässt sich deshalb mit Nachdruck empfehlen! (Rezensöhnchen)

15. November 2022

Intendantin Sibylle Broll-Pape und ihre langjährige Bühnenbildnerin Trixy Royeck haben die Bühne in schummriges Licht getaucht. Zwei verschiebbare Stellwände deuten mal den Friedwald, mal das frühere Elternhaus an. Davor zwei Stühle. Die nur eine Stunde dauernde Inszenierung ist von großer Schlichtheit und entfaltet gerade dadurch eine enorme emotionale Wucht. (Süddeutsche Zeitung)

15. November 2022

Barbara Wurster und Florian Walter überzeugen als traumatisierte Eltern zwischen Erinnern-Müssen und Vergessen-Wollen. Es sind kleine Gesten, mit denen sie ihren Gemütszustand ausdrücken. Verschränkte Arme als Schutzhaltung hier, nestelnde Finger als Ausdruck der Hilflosigkeit dort. In einem Moment machen sie sich gegenseitig Vorwürfe, um im nächsten sich alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Zwei verlorene Seelen, für die jeder Tag einen neuen Kampf bedeutet. (Süddeutsche Zeitung)

15. November 2022

"Tiefer Grund" im Bamberger ETA Hoffmann Theater - eine bedrückende, beeindruckende Inszenierung." (Süddeutsche Zeitung)

15. November 2022