Simon Strauß

Sieben Nächte

Bearbeitung: Victoria Weich

Premiere | Fr 22.11.19 | 20:00 Uhr | STUDIO

Bitte Termin wählen...
Karte kaufen

Eine Einführung findet eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn statt.

S. ist auf der Suche nach dem Rausch, begierig auf die Umwege, die noch zu gehen sind, bevor er 30 wird, voll Furcht vor dem Vorgefertigten, der Langeweile, der Saturiertheit. "Der einzige Kampf, der jetzt noch lohnt, ist der ums Gefühl. Die einzige Sehnsucht, die trägt, ist die nach dem schlagenden Herzen." Um zu prüfen, ob er sich dem typischen Lebenslauf des jungen, weißen Bildungsbürgers fügen soll, schließt er einen Pakt mit T.: In sieben Nächten soll S. die sieben Todsünden - Hochmut, Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust und Jähzorn - durchleben, das Geschehene im Morgengrauen jeweils auf sieben Seiten niederschreiben. Im Rausch von Erleben und Schreiben, in der Dichte der Nacht, die vieles ermöglicht und noch mehr herbeisehnen lässt, verwandelt sich S. in einen Demagogen, in einen Voyeur auf einem Maskenball oder in einen nach Gewinnen lechzenden Besucher auf der Pferderennbahn. Er findet die Sünden im Alltäglichen. S. ist moralisch so frei, dass er ohne Gefahr auf seine sinnlichen Kosten kommt. Große Fehltritte sind nicht möglich, wenn einem alles offen steht. Es scheint keine Tabus zu geben, wo die Möglichkeiten nicht begrenzt sind. So ist S. auf der Suche nach dem Exzess, nach der Erschütterung und dem großen Sturz in die Intensität auf dem Spielplatz des Erwachsenwerdens.

"Sieben Nächte" wurde ausgezeichnet mit dem Debütpreis des Lübecker Buddenbrookhauses und lädt ein zu einem nächtlichen Spazierganz durch die Fantasien, Ängste und Utopien der Millenials. Simon Strauß, selbst Jahrgang 1988, hat mit seinem Roman viele Leser*innen seiner Generation angesprochen, die sich vor dem vielleicht endgültigen Stürzen in Karrieren aus einem stets beschützten sozialen Innenraum heraus nach dem wirklichen Gefühl, der großen Geste, dem Pathos und der Gefahr sehnen.