Simon Strauß

Sieben Nächte

Bearbeitung: Victoria Weich

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B I L D E R - G A L E R I E

Eine Einführung findet eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn statt.

S. ist auf der Suche nach dem Rausch, begierig auf die Umwege, die noch zu gehen sind, bevor er 30 wird, voll Furcht vor dem Vorgefertigten, der Langeweile, der Saturiertheit. "Der einzige Kampf, der jetzt noch lohnt, ist der ums Gefühl. Die einzige Sehnsucht, die trägt, ist die nach dem schlagenden Herzen." Um zu prüfen, ob er sich dem typischen Lebenslauf des jungen, weißen Bildungsbürgers fügen soll, schließt er einen Pakt mit T.: In sieben Nächten soll S. die sieben Todsünden - Hochmut, Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust und Jähzorn - durchleben, das Geschehene im Morgengrauen jeweils auf sieben Seiten niederschreiben. Im Rausch von Erleben und Schreiben, in der Dichte der Nacht, die vieles ermöglicht und noch mehr herbeisehnen lässt, verwandelt sich S. in einen Demagogen, in einen Voyeur auf einem Maskenball oder in einen nach Gewinnen lechzenden Besucher auf der Pferderennbahn. Er findet die Sünden im Alltäglichen. S. ist moralisch so frei, dass er ohne Gefahr auf seine sinnlichen Kosten kommt. Große Fehltritte sind nicht möglich, wenn einem alles offen steht. Es scheint keine Tabus zu geben, wo die Möglichkeiten nicht begrenzt sind. So ist S. auf der Suche nach dem Exzess, nach der Erschütterung und dem großen Sturz in die Intensität auf dem Spielplatz des Erwachsenwerdens.

"Sieben Nächte" wurde ausgezeichnet mit dem Debütpreis des Lübecker Buddenbrookhauses und lädt ein zu einem nächtlichen Spazierganz durch die Fantasien, Ängste und Utopien der Millenials. Simon Strauß, selbst Jahrgang 1988, hat mit seinem Roman viele Leser*innen seiner Generation angesprochen, die sich vor dem vielleicht endgültigen Stürzen in Karrieren aus einem stets beschützten sozialen Innenraum heraus nach dem wirklichen Gefühl, der großen Geste, dem Pathos und der Gefahr sehnen.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause.

Lesen Sie hier einen Beitrag der stückbetreuenden Dramaturgin Victoria Weich: Ich möchte lieber alles (PDF)

Erfahren Sie mehr über unser Format ETA CAMPUS und lesen Sie das Interview unseres ETA Reporters Janis Backhaus zu der Produktion SIEBEN NÄCHTE: ETA CAMPUS

Pressestimmen

"Sieben Nächte" von Simon Strauß am ETA Hoffmann Theater Bamberg: ein - geschickt dramatisierter - philosophischer Spaziergang, der es vor allem durch die Regie von Alexander Ritter und das Ensemble in sich hat." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

"Der Theatertext „Sieben Nächte“, den die Dramaturgin Victoria Weich feinsinnig herausmodelliert hat, stellt mit viel literarischer Subtilität und Bildstärke die Mut-, Rat- und Zahnlosigkeit dieses Zeitgenossen in den Mittelpunkt." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

"Denn erstaunlich und sehenswert ist vor allem die Leistung von Denis Grafe und Clara Kroneck, die die beiden Nachtgestalten präzise, scharfkantig, eindringlich und eindrucksvoll aus der Textfläche herausmodellieren." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

"Grafe zerrt den Text mit feurigem Temperament aus seiner Schale, zerlegt ihn in greifbare Happen, präsentiert den dahinterliegenden biographischen Notstrom." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

"Und Kroneck lässt dessen Gegenüber Szene für Szene andere Stimmungslagen zeichnen, ihnen Bedeutung gebend. Dieses Duo bildet den Fokus des Theaterabends: Es weitet den Raum des Textes aus." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

Es ist eine Spezialität des Bamberger Hauses, Prosa-Literatur geschickt zu dramatisieren." (Die Deutsche Bühne)

23. November 2019

"Die beiden Schauspieler, Denis Grafe als S. und Clara Kroneck als T., machen ihre Sache nicht nur gut, sondern exzellent." (Rezensöhnchen)

25. November 2019

"Dass das Publikum am Ende sehr überzeugend und wohlwollend auf die Darbietung reagierte, lässt sich daher auch nur als verdienten Lohn der harten Arbeit verstehen." (Rezensöhnchen)

25. November 2019

"Die Idee, dem eigentlich monologisierenden Protagonisten des Buches eine Bezugsperson an die Seite zu stellen, erweist sich als dramaturgischer Gewinn." (Rezensöhnchen)

25. November 2019

"Die mit 75 Minuten dramaturgisch dichte Inszenierung glückte, weil mit Grafe und Kroneck zwei großartige Schauspieler auf der Bühne stehen." (Fränkischer Tag)

25. November 2019

"Die Inszenierung glückt auch deshalb, weil Weich und Ritter die streng monologische Form des Romans aufbrechen und S. auf diese Weise ein Gegenüber schenken." (Fränkischer Tag)

25. November 2019