Thornton Wilder

Wir sind noch einmal davongekommen

Deutsch von Barbara Christ

Familie Antrobus überlebt alles: Sei es eine Eiszeit im August, eine Sintflut oder einen Weltkrieg. Mr. und Mrs. Antrobus – einerseits sehr amerikanisch, andererseits als Adam und Eva zu erkennen – und ihre Kinder Gladys und Henry schaffen es einfach immer. Mr. Antrobus hat das Rad erfunden, Mrs. Antrobus die Schürze – und zusammen sind sie unschlagbar. In den tausenden Jahren ihrer Ehe zwischen Schöpfung und Beinahe-Weltuntergängen streiten sie über die Kindererziehung, erleben die Verführungskraft einer anderen Frau, müssen erkennen, dass ihr Sohn Henry unheilbar böse ist, und retten sich schließlich, um wieder von vorne zu beginnen. Denn: "Wir müssen
noch Ewigkeiten so weitermachen."


Geschrieben kurz nach der Kriegserklärung Hitlers an die USA und uraufgeführt 1942, lässt Thornton Wilder in seinem zum Klassiker gewordenen Stück die Menschheit immer wieder gerade so an der Katastrophe vorbeischrammen. Wilder erzählt die Schöpfungsgeschichte anhand der Familie Antrobus, der Kernfamilie des Menschen. Dabei spart er nicht mit absurdem Humor und Verfremdungseffekten. So wird das hoch emotionale Welttheater auch zu einer hochkomischen Veranstaltung, denn "keine noch so ernste Vorstellung kann dem wahren Ernst unseres Zeitalters entsprechen" (Wilder). Die Rolle des Mr . Antrobus spielte Wilder übrigens mehrere hundert Mal selbst.

Sebastian Schug, der in Bamberg bisher "Mutter Courage und ihre Kinder", "Hamlet", "Bunbury. Ernst sein ist alles" (in eigener Übersetzung) und zuletzt "Die Kunst der Komödie" inszeniert hat, widmet sich nun der Wiederentdeckung dieses Klassikers mit prophetischem Titel.

Regie Sebastian Schug
Bühne und Kostüme Nico Zielke
Dramaturgie Armin Breidenbach