Paula Thielecke

Who is afraid of fuck you all?

THE STORY OF KATHY ACKER - EIN KÖRPEREROTISCHES PUNK-BIOPIC

"Weiblicher Burroughs", "Pussy, King of the Pirates" oder "Black Tarantula": Kathy Acker trägt ebenso viele Beinamen wie sich Mythen um sie ranken. Zu Lebzeiten eine der wichtigsten amerikanischen Avantgardeschriftstellerinnen und Vorbild für Autorinnen wie Chris Kraus und Virginie Despentes, ist die Ausnahmekünstlerin hierzulande kaum jemandem geläufig.

Kathy Acker (1947 – 1997) war ein weiblicher Underdog, sie steht heute wie kaum eine andere für ihre subversive Art zu leben und zu schaffen. Acker suchte, in der Literatur ebenso wie im Leben, stets die Grenzüberschreitung. Ihre Texte kreisen um das Abgründige – und immer wieder um das eigene Begehren. Ihre Selbstinszenierung gehört genauso zu ihrem Werk wie ihre Prosa und ihre Musik. Sie verhandelt Themen, welche nach wie vor aktuell, in der öffentlichen Debatte vielleicht sogar aktueller denn je sind: Körper, Aneignung, Gewalt, Geschlechterverhältnis, Sex, Macht, Entgrenzung, Ekstase, Einsamkeit und die unstillbare Sehnsucht nach einer Welt, in der man sich als Außenseiter*in nicht mehr gegen den Mainstream verteidigen muss. In der es nicht mehr ums Überleben, sondern ums Leben geht.

Autorin und Regisseurin Paula Thielecke stellt in "Who is afraid of FUCK YOU ALL?" aus Ackers Texten, Songs und Interviews eine nicht-patriarchale Heldinnengeschichte über die Person und die Persönlichkeit der "Queen of Punk-Literature" zusammen: Wofür stand Acker in ihrer Zeit? Als was gilt sie heute? Wer war die Frau, die sich offenbar aus eigener Kraft derartig emanzipiert hat, dass sie in der Lage war, Texte von überwältigender Wucht zu schreiben? Auf unkonventionelle Weise wird der Ikone Acker als lebensbejahend-mahnende Erinnerung gedacht: "Lasst euch nicht kaufen, eure
Seelen nicht fressen, auf den Schiffen der Piraten sieht die Welt ganz anders aus."

Regie Paula Thielecke
Dramaturgie Petra Schiller