Anton Tschechow

Der Kirschgarten

Eine Komödie | Premiere am 2. Mai 2020

Eine Einführung findet eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn statt.

Das Landgut der Ljubow Andrejewna Ranewskaja ist mit Schulden belastet, zu lange hat sie sich nicht ums Geld geschert, aber es mit vollen Händen ausgegeben; in Paris mit ihrem Liebhaber. So muss das Gut mitsamt dem traditionsreichen Kirschgarten versteigert werden. In den guten alten Zeiten wurden die dicken, duftenden Kirschen geerntet, getrocknet und zu Marmelade eingekocht, das Rezept ist längst vergessen. Jetzt sind sie nur noch sehnsüchtig betrachtete Kindheitserinnerung der Ranewskaja und Insolvenzmasse. Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, Kaufmann und seit einer Generation in die bessere Gesellschaft aufgestiegen, hat eine lukrative Idee: Dort, wo der Kirschgarten nur alle zwei Jahre sinn- und ertraglos blüht, könnten Datschen stehen, gut zahlende Sommergäste würden die Familie von ihren finanziellen Sorgen befreien. Doch Ranjewskaja, ihr Bruder Gajew, ihre Töchter Anja und Warja geben sich lieber erquicklichen Gesprächen und romantischen Beziehungen hin, anstatt eine ökonomische Entscheidung zu treffen. Hat Nietzsche nicht das Falschgelddrucken für legitim erklärt? Könnte Warja nicht Lopachin heiraten? Stattdessen verlieben sich Anja und der ewige Student Trofimow ineinander und das Gut kommt unter den Hammer. Der meistbietende Lopachin freut sich, die Axt durch den Kirschgarten tanzen zu lassen, um seinen Nachkommen eine neue Welt hinterlassen zu können. Sein Aufstieg ist damit besiegelt, noch sein Großvater war Leibeigener des Gutes, das jetzt ihm gehört.

In Anton Tschechows Komödie "Der Kirschgarten" treffen die nostalgischen Bewahrer auf den blitzgescheiten Aufsteiger, der erkannt hat, dass die Zukunft Sentimentalitäten nicht verzeihen wird. Die Ranewskaja und ihre Familie erleben, dass die Veränderung, ist sie erst einmal eingetreten, für alle, ob verlustreich oder hoffnungsvoll, ein neues Leben ermöglicht.

Regie Sibylle Broll-Pape
Bühne und Kostüme Trixy Royeck
Dramaturgie Victoria Weich