Bonn Park

DAS DEUTSCHLAND

URAUFFÜHRUNG 

Auftragswerk

B I L D E R - G A L E R I E

„Die Dunkelheit endet und wir sehen eine Familie in ihrem Ferienhaus, so schön und erstrebenswert, makellos und brillant, vor Neid soll die Welt erblassen. Noch nie haben Augenpaare etwas Vollständigeres gesehen als diese Gruppe“, schreibt Bonn Park in seinem Stück. Vater Thumas, Mutter Sondra und Sohn Lonnart, 10 Jahre, verbringen mit Lonnarts bester Freundin Emulie das Wochenende auf dem Land. Lonnart „möchte Emulie integrieren, ihr zeigen, dass Emulie zu ihnen gehört, wenn sie will, in diese fabelhafte Mittelmäßigkeit, in diesen Traum von jedem, dem kleinsten gemeinsamen Nenner, dem schönsten und sichersten und weichsten kleinsten gemeinsamen Nenner“. Doch es ist für Emulie nicht ganz leicht, dazuzugehören. Die Familie benimmt sich reichlich merkwürdig. Sie versteht die Spiele nicht, die gespielt werden, sie gruselt sich, und einfach eine Tür, durch die man mal kurz raus gehen kann, gibt es nicht. Sie sei gerade beim Handwerker, sagt Vater Thumas, zur Jahresuntersuchung. Emulie muss bleiben und lernt die Rituale vom DEUTSCHLAND kennen. Sie lernt, dass Bier nur zu bestimmten Uhrzeiten zu trinken ist und bunte Schreiben vom Amt unverzüglich zu öffnen sind. Und wie schön es ist, wenn alles seine Ordnung hat!

Von Gepflogenheiten ausgeschlossen zu sein, kann furchteinflößend sein, zu spüren, dass es unausweichlich ist, dass als nächstes was Schreckliches passiert, der Horror. Horror, der DAS DEUTSCHLAND freut, ein Horror, der Spaß macht.

Bonn Park ist 1987 in Berlin geboren und aufgewachsen in Berlin, Korea und Paris. Seine melancholisch-humorvollen Stücke tragen poetische und skurrile Titel wie „Die Leiden des Jungen Super Mario in 2D“, „Traurigkeit & Melancholie oder der aller aller einsamste George aller aller Zeiten“ (Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis), „Wir trauern um Bonn Park“ (Jugendjurypreis der Essener Autorentage) oder „Das Knurren der Milchstraße“ (Preis des Stückemarktes beim Berliner Theatertreffen). Da lag es für das ETA Hoffmann Theater nicht fern, den Autor und Theatermacher mit einem Werk zu beauftragen. Entstanden ist „DAS DEUTSCHLAND“ – ein Horror-Stück. Seine aufsehenerregende Inszenierung der eigenen Tschechow-Überschreibung „Drei Milliarden Schwestern“ an der Volksbühne Berlin wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 2018 ausgezeichnet.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause

Lesen Sie hier einen Beitrag der stückbetreuenden Dramaturgin Victoria Weich: Wir sind halt so (PDF)

Erfahren Sie mehr über unser Format ETA CAMPUS und lesen Sie den Artikel unserer ETA Reporterinnen Janina Müller und Miriam Segner zu der Produktion DAS DEUTSCHLAND: ETA CAMPUS 

Regie Bonn Park
Bühne und Kostüme Julia Nussbaumer
Dramaturgie Victoria Weich
Vater (Thumas) Paul Maximilian Pira
Mutter (Sondra) Ewa Rataj
Kind, 10 Jahre (Lonnart) Daniel Dietrich
Lonnarts Freundin, Gast, auch 10 Jahre, Pink (Emulie) Clara Kroneck
Chor Maria Dösch, Verena Drummer, Barbara Horst, Marion Klose, Silke Koch, Lena Mai, Silke Plaha, Alexandra Raab, Eugen Reinwand, Christine Schoierer, Teresa Schwital, Monika Spiegel, Veronika von Wachter, Leo Wersal

Pressestimmen

„Die Inszenierung bringt den Horror auf die Bühne. Es sind die verstörende Bilder einer Familienidylle, die unter die Haut gehen. (…) Hier lauert 90 Minuten das Böse, das diese vermeintlich heile Welt entlarvt.“ (BR Rundschau)

16. Januar 2020

"Das ganze folgt der strengen Dramaturgie eines Horrorfilms, mit Comedy-Elementen. Es wird auch sehr viel gelacht und es sind sehr spannende Assoziationen dabei." (Deutschlandunk Kultur)

18. Januar 2020

"Park bespielt die Studiobühne in stimmigen Proportionen und verarbeitet das romantisch-heimelige Ambiente der Weltkulturerbestadt Bamberg in einen Zwergenchor, der drollig-rätselhaft den Horror verkörpert, nicht dazu zu gehören." (Deutschlandfunk Kultur)

18. Januar 2020

"Die Uraufführung in Bamberg zeigt, dass postmigrantisches Theater als Kammerspiel funktioniert." (Deutschlandfunk Kultur)

18. Januar 2020

",...ganz fantastisch von Clara Kroneck gespielt, so eine kindliche Natürlichkeit, ohne diese zu karikieren." (Deutschlandfunk Kultur)

18. Januar 2020

"Bonn Park hat seinen Text selbst inszeniert, betont dessen absurde Bruchstellen, lässt seinen grellen Text quietschen wie die grellen Kunststoffkostüme der Gastgeberfamilie." (Nachtkritik)

18. Januar 2020

"Ein Stück wie ein bösartiger kleiner Drillbohrer." (Nachtkritik)

18. Januar 2020

"Dass sich mit dem 32-Jährigen Bonn Park einer der interessantesten Jungregisseure der Republik auf das Angebot einließ, darf sich das Bamberger Haus stolz ans Revers heften." (Fränkischer Tag)

21. Januar 2020

",...im Kostüm einer schwarzhumorigen Horrorgroteske stellt "Das Deutschland" unbehagliche Fragen über Integration und Assimilation, über das Fremde und das Eigene." (Fränkischer Tag)

21. Januar 2020

"Ewa Rataj, Clara Kroneck, Paul Maximilian Pira und Daniel Dietrich spielen auf völlig ungezwungene Weise derart gefühlskalt und entrückt, als wären sie eingesperrt in einer kollektiven Psychose." (Fränkischer Tag)

21. Januar 2020

"Alle, die als Biodeutsche in diesem Land in der Mehrheit sind, lässt Bonn Park 90 Minuten lang in ein hässliches Spiegelbild blicken: Echt, die Deutschen sind so? Echt, so begegnen wir dem anderen? Es wäre voll der Horror." (Fränkischer Tag)

21. Januar 2020

"Das Horrorstück „Das Deutschland“ kann ganz klar empfohlen werden für alle, die der (eigenen) Mittelmäßigkeit und dem „typisch Deutschen“ nachgehen und hinterfragen wollen." (Ottfried)

29. Januar 2020

"„Das Deutschland“ von Bonn Park ist ein Plädoyer für mehr Sensibilität mit dem Anderen, dem Fremden und den Auswirkungen des Bewusstwerdens der eigenen nationalen Identität." (Ottfried)

29. Januar 2020